Plakatkampagne gegen — “nichts”?
2009-07-15 - wnp - Keine Kommentare
Nun kommen also die atheistischen Plakate auch nach Wien: ab morgen (Do, 16. Juli) sollen auf GEWISTA City Lights drei Plakat-Sujets zu sehen sein:
Es gibt keinen Gott. Gutes tun ist menschlich. Auf uns kommt es an
Gott ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger. Entspann dich. Er wird dir nichts tun
sowie der Originaltext der ursprünglichen Kampagne in England,
There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.
Alle bisherigen Kampagnen dieser Art haben nicht zu einem Massen-Abfall vom Christentum geführt; im Gegenteil, evangelistisch engagierte Menschen berichten, daß diese Plakate, ebenso wie der “Atheisten-Bus”, der vor ein paar Wochen in Begleitung eines “Christen-Buses” durch Deutschland fuhr, Anlaß für viele gute Gespräche mit suchenden Menschen geboten haben.
Man kann daher nur dem Mediensprecher der katholischen Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, zustimmen, der diese Kampagne so kommentiert: “Schon Nietzsche hat behauptet: ‘Gott ist tot.’ Nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, Nietzsche ist tot und Gott lebendig.”
Aber die Frage muß erlaubt sein: Wogegen protestieren denn diese “Atheisten”, “Agnostiker” und “Freidenker” eigentlich? Gegen den Gott, den es laut ihren Aussagen nicht gibt, also gegen NICHTS? Denn die Behauptung, daß im heutigen Österreich Atheisten und nicht-religiöse Menschen diskriminiert werden, und man dagegen protestiere, ist wohl eher ein Witz.
Auch die Selbstbezeichnungen dieser Gruppen muten sonderbar an: wie können Agnostiker (d.h. Menschen die sagen, man kann nicht wissen, ob es Gott gibt), plötzlich mit so großer Sicherheit behaupten, dass es keinen Gott (außer dem tschechischen Schlagersänger) gibt? Und die “Freidenker” berauben sich mit dieser Aussage ebenfalls der Freiheit, die sie sich mit ihrer Selbstbezeichnung selbst zu- und allen anderen absprechen. Sie sind so frei, wie die FPÖ freiheitlich ist — das ist einfach Etikettenschwindel.



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