Axis Mundi: Gedanken zum Gründonnerstag

2010-04-01 - wnp - 1 Kommentar

Der folgende Artikel stammt vom Direktor für Pro-Life Aktivitäten der katholischen Diözese Wilmington (Delaware, USA). Trotz einiger Unterschiede zwischen dem römisch-katholischen und dem evangelikalen Verständnis des Abendmahles ist der Artikel ein guter Gedankenanstoß in Bezug auf die einzigartige Revolution, die uns das Abendmahl vergegenwärtigt. Alles was wir tun müssen, um diesen Artikel als Evangelikale zu lesen, ist, statt “Eucharistie” zu lesen, “das, was das Abendmahl darstellt.”

Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, in dem ein Methodistenprediger die Eucharistie als “revolutionär” bezeichnete. Man könnte das einfach abtun, schließlich wird dieser Begriff heutzutage auch verwendet, um ein neues Haarshampoo oder einen neuen Wegwerf-Rasierer anzupreisen. Aber diese Behauptung, daß die Eucharistie, revolutionär ist, ist etwas, das wir dringend hören müssen, denn sie ist sehr wahr. Es ist viel zu leicht, uns an das zu gewöhnen, was wir in der Feier der Eucharistie tun, und dabei zu vergessen, was es für uns und für die Welt bedeutet. Wir verlieren viel, vielleicht alles, wenn wir das vergessen.

In der Eucharistie verbinden wir uns mit dem Opfer Christi, und dieses Opfer ist die einzige wahre Revolution. Alle anderen Revolutionen waren letztendlich nur Anpassungen darin, wie die Dinge liefen, manchmal zum Besseren, aber allzu oft zum Schlechteren.

Die Amerikanische Revolution war ein Ereignis von großer weltgeschichtlicher Bedeutung, und doch war sie in vieler Hinsicht nur eine kleine Anpassung der alten, wohl-etablierten englischen Art zu denken und zu leben. Die französische Revolution hat die absolute Monarchie Frankreichs durch ein Regime ersetzt, welches genauso absolutistisch und viel blutiger war, und welches die Mutter aller blutigen Diktaturen unseres Zeitalters wurde.

Dann kam die wissenschaftliche Revolution. Sie hat viel gutes gebracht, aber sie hat uns auch viele Möglichkeiten gebracht, mit denen der Mensch moralisch kaum umgehen kann. Sie hat Heilung, Bequemlichkeit, Kommunikation, und eine Menge an Wissen gebracht, die man sich in früheren Zeiten kaum vorstellen konnte; aber sie hat uns auch fortschrittliche Tötungtechnologien gebracht, Umweltverschmutzung, und die Forschung an embryonalen Stammzellen. Sie hat eine bequeme Ausrede für einen kindischen Atheismus gebracht, und viele Bereiche des menschlichen und familiären Zusammenlebens zerstört.

Menschliche Revolutionen verändern lediglich das menschliche Leben, nicht die menschliche Natur. Sie hinterlassen uns unverändert, und die wahren Probleme des Menschen, die Sünde, der Tod, und der Teufel, werden nicht angesprochen geschweige denn gelöst.

Die Eucharistie–ständig gefeiert auf der ganzen Welt, und heute mit besonderer Intensität–stellt die Welt auf den Kopf. Hier ist die Ankündigung, daß im Zentrum des Universums ein gekreuzigter Jude steht. Jesus.

Als Er gekreuzigt wurde, dachten alle, daß das wahre Machtzentrum und alle Herrlichkeit in Rom zu finden waren. Jesus war nur ein weiterer, kleiner, hinterwäldlerischer Störenfried, mit dem man leicht fertig wurde.

Aber in dem schwachen Fleisch Jesu, in seinem Tod, hat Gott alles verändert. Menschlich gesprochen ist das eine sehr unwahrscheinliche Revolution. Und als wäre das noch nicht unvorstellbar genug, setzt Gott diese Veränderung auch heute noch, in der Gestalt von Brot und Wein, fort.

Hier sagt Gott NEIN zu Sünde und Tod, NEIN zu unseren schwachen Kompromissen mit den Werten unseres Zeitalters. Hier heilt er uns von unseren Selbsttäuschungen von Macht, Selbstbestimmung und Leistung. Hier sagt er JA zu uns und bringt Leben, Vergebung und Erleuchtung für wahre Veränderungen im Leben der Menschen. Und wir können nur unser schwaches “Amen” dazu sagen.

Das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit sind nicht in Washington, nicht im UNO-Hauptquartier, nicht in der Wall Street, und auch nicht in Hollywood, Bejing oder Büssel. Sie sind auf dem Altar, verborgen in Brot und Wein, so wie sie auf dem Kreuz im Fleisch Christi verborgen waren.

Das Reich, die Kraft, und die Herrlichkeit waren verborgen in der Befreiung einer kleinen Schar von Skaven aus Ägypten, und in dem Opfer eines Lammes und dem Essen ungesäuerter Brote.

Das Reich, die Kraft, und die Herrlichkeit waren verborgen in der Fußwaschung durch Jesus, der Arbeit eines Sklaven, die von einem Außenseiter verrichtet wurde.

In solchen Momenten, in solchen Realitäten ist die Wahrheit verborgen, die die Welt revolutioniert: daß Sünde vergeben ist, daß der Tod besiegt ist.

Die Eucharistie stellt all die falschen Götter bloß, die wir uns selbst schaffen um uns vor unserer Sünde zu verstecken und so zu tun, als wären wir unsterblich. Durch die Eucharistie sehen wir unser kleines Leben als die Arena, in der Gott die wahre Revolution vollbringt, die Menschen wieder zurück zu Gott bringt, die uns hinaus in die Welt schickt, um anderen die Füße zu waschen.

Hier schafft Gott die Revolution, die es uns möglich macht, der falschen Herrlichkeit und Befriedigung zu widerstehen, mit der uns unsere ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Systeme in Versuchung führen. Hier ist die Revolution, die uns frei macht, Widerstand und Kritik zu leisten an der immer mehr um sich greifenden Finsternis des Säkularismus, Atheismus, Nihilismus und Materialismus, die in der westlichen Welt auf dem Vormarsch sind.

Christus im heiligen Abendmahl zu empfangen, Ihn anzubeten, die Heilige Dreieinigkeit anzubeten — so nehmen wir teil an der wahren Revolution.

Deshalb hat die Kirche, die Gemeinde Jesu, Feinde. Deshalb verachten die Mächte des Säkularismus die Kirche. Deshalb haben Reiche vom alten Rom bis zum modernen China versucht, die Feier der Eucharistie zu stören.

Denn in und durch die Eucharistie sind wir der Widerstand. Wir sind die wahren Revolutionäre. Am Ende der eucharistischen Liturgie sagen Katholiken “Amen!” zu den Worten, “Denn durch Ihn, und mit Ihm, und in Ihm ist Dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes, alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit.” Kein Cäsar will das hören. Kein Cäsar kann ein anderes, derart absolutes Machtzentrum dulden.

Aber für uns, die wir die Güte des Herrn gesehen und geschmeckt haben, die wir den Mittelpunkt unseres Lebens in der Anbetung Gottes gefunden haben, für uns gibt es keine andere Alternative als dieses eucharistische Mahl zu feiern. Wir wünschen nichts mehr, und können uns nichts größeres vorstellen, als zu diesem Volk zu gehören, die um den Tisch des Herrn Jesus Christus versammelt sind, in dem allein Herrlichkeit und Freiheit zu finden sind.

Leonard R. Klein ist Direktor für Pro-Life Aktivitäten der r.k. Diözese Wilmington. Dieser Artikel erschien auf der Webseite der Zeitschrift First Things.


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Wolf’s Whacky Words » Axis Mundi

2010-04-01 um 11:22    


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