Zusammenarbeit/Einheit

Es gibt eine Reihe von Organisationen und Bewegungen, welche die Zusammenarbeit von Christen und Gemeinden fördern wollen. Anders als Gemeindebünde oder Denominationen, in denen Gemeinden zusammengeschlossen sind, die durch ihre Geschichte oder spezielle Glaubensüberzeugungen miteinander verwandt sind, gibt es Zusammenschlüsse und Bewegungen, welche die Grenzen von Denominationen oder Traditionen sprengen und Christen aus verschiedenen Lagern zusammenbringen.

Dabei ist anzumerken, daß die meisten Evangelikalen Bestrebungen zu einer organisatorischen Vereinigung eher scheel betrachten und befürchten, daß dabei um des lieben Friedens willen die Wahrheit auf der Strecke bleibt. Hingegen gibt es eine lange Erfahrung (im Rahmen der Evangelischen Allianz), daß eine geistliche Einheit in Verschiedenheit, eine Herzenseinheit aller, die Jesus Christus glaubwürdig als Herrn bekennen, durchaus möglich ist.

Seit den Achziger-Jahren des vorigen Jahrhunderts nun sind Evangelikale auch an Einheits- und Versöhnungsinitiativen beteiligt, die über das evangelikale Lager hinausgehen, und es ist eine größere Bereitschaft vorhanden, auch das Glaubenszeugnis nicht-evangelikaler Christen ernst zu nehmen.

Evangelikale Dachverbände

Österreichische Evangelische Allianz

Die ÖEA ist der nationale Zweig der 1846 in London gegründeten Evangelischen Allianz. Sie vereint evangelikale Christen aus Freikirchen und Landeskirchen zu gemeinsamem Gebet (vor allem im Rahmen der jährlich im Januar stattfindenden Allianzgebetswoche) und gemeinsamen Aktionen. In Österreich ist die Evangelische Allianz eine Personenvereinigung; Gemeinden und Werke sind nicht stimmberechtigte Mitglieder, sondern “Partner”.

Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Gemeinden in Österreich

Die ARGEGÖ ist ein organisatorisch lockerer Zusammenschluss von evangelikal-freikirchlichen örtlichen Gemeinden sowie Werken und Initiativen. Sie entstand Anfang der Achziger-Jahre des vorigen Jahrhunderts aus der R.A.T (Reich Gottes-Arbeiter-Tagung) und strukturierte sich ab 2002 neu, um der nach zwanzig Jahren veränderten evangelikalen Landschaft Österreichs besser gerecht zu werden.

Die Glaubensbasis der ARGEGÖ ähnelt derjenigen der Evangelischen Allianz, ergänzt um ein freikirchliches Gemeindeverständnis und ein täuferisches Taufverstänis.

Grundsätzliches Ziel der ARGEGÖ ist es, Impulsgeber für regionale Arbeitsgemeinschaften, örtliche Gemeinden und im Aufbau befindliche Gemeinschaften zu sein. Die Glieder der beteiligten Gemeinden sollen einander besser schätzen lernen und ihr vom HERRN bestimmtes Einssein erkennen und ausleben.

Arbeiten von allgemeinem Nutzen, die gemeinsam besser bewältigt werden, sollen im Rahmen der ARGEGÖ auch gemeinsam getan werden, um Doppelgleisigkeiten mit ihrem damit verbundenen Aufwand zu vermeiden. Die Autorität der örtlichen Gemeinde darf dabei nicht gebrochen werden.

Die ARGEGÖ ist keine neue Denomination und will es auch nicht werden. Es ist nicht Ziel der ARGEGÖ, eine neue nationale Freikirche oder ein neuer Gemeindebund zu werden.

Einheits- und Versöhnungsinitiativen

Kreise zur Einheit

Diese bildeten sich ab etwa 1980 vor allem im pfingstlerisch-charismatischen Umfeld, oft unter Beteiligung von katholischen Erneuerungsbewegungen, mit dem Ziel, gemeinsames Gebet und Zusammenarbeit zu fördern. Sie wurden dann zu Trägern der Marsch für Jesus-Bewegung in Österreich und waren auch maßgeblich an der Gründung von Weg der Versöhnung – Runder Tisch für Österreich (siehe weiter unten) beteiligt.

Weg der Versöhnung — Runder Tisch für Österreich

Der Runde Tisch wurde 1996 auf Anregung des damaligen Generalsekretärs der Europäischen Evangelischen Allianz, Stuart McAllister, gegründet, als Initiative der Versöhnung und Einheit zwischen bewußten Christen aus den verschiedenen konfessionellen Lagern (Katholisch, Evangelisch, Evangelikal, Pfingstlerisch/Charismatisch, Orthodoxe, Messianische Juden). Träger des Runden Tisches ist der Verein Weg der Versöhnung. Der Runde Tisch ist in Erscheinung getreten als Veranstalter des “Fest für Jesus” in Wien im Jahr 2000.